Unser Thema:
Joshofen und das Baugebiet Kreppe - eine Fehlentwicklung.
Um dieses Thema kümmert sich Theo Walter
Einwohnerzuwachs um jeden Preis?
Im vergangenen Jahr beschloss die Stadt die Aufstellung eines Bebauungsplans an der Kreppe (im Nordwesten von Joshofen).
Die Bebauung soll sich über den Hang bis zum Hochplateau erstrecken, von der Staatsstraße als Baugebiet sichtbar. Die Planung begann mit fünf Varianten, von denen keine wirklich städteplanerische Akzente setzen konnte.
Selbst der Stadtbaumeister erhob schwerwiegende Bedenken, es sei offensichtlich, dass eine Splittersiedlung entstehe, die mit dem Dorf keinen Zusammenhang habe.
Mein Einwand, dass die Planung grundlegend dem Flächennutzungsplan widerspräche, wurde vom Oberbürgermeister abgetan mit dem zweifelhaften Argument, Bauplätze würden Bewohner anziehen, das würde wiederum das Steueraufkommen verbessern.
Wer das glaubt, übersieht dabei die erheblichen negativen fiskalischen Auswirkungen einer solchen Siedlung:
- Kosten für ergänzende Infrastruktur
- Mehraufwendungen für Straßen und Kanal, Beleuchtung, Müllentsorgung
- weitere Schulbuskosten
- Bedarf an Kindergarten
- Steigerung des Verkehrsaufkommens
- weitere Belastung der einzigen Donaubrücke
Zudem stehen höheren Schlüsselzuweisungen für mehr Einwohner höhere Zahlungen bei der Kreisumlage gegenüber.
Der Ortsteil Joshofen ist weit von der Stadt entfernt. Sein Reiz ist seine gewachsene Struktur. Nur sein Kirchlein ragt oben heraus, die Häuser sind nicht zu sehen. Selbst wenn durch die Bebauung die Sichtbeziehung zur Kirche nicht beeinträchtigt wird, stellt das Heraufwuchern der Häuser über die Kante einen massiven Verstoß gegen die Belange des Landschaftsschutzes dar.
Auch der Stadtheimatpfleger spricht sich deutlich gegen solche Pläne aus.
Entgegen den Äußerungen des Ortssprechers sind auch die Bürger dort keineswegs einstimmig für diese Erweiterung. In einer von uns Grünen veranstalteten Diskussion zu dem Thema lehnten Ortsansässige die Planung rigoros ab. Sie verwiesen auf die Beeinträchtigung der Landwirtschaft und den Wind- sowie Kälteeinfluß auf Bauobjekte, die über die Kante herausragen.
Es bleibt zu hoffen, dass Träger öffentlicher Belange sich deutlich von der Idee distanzieren und so der Zerstörung des Landschaftsbildes doch noch Einhalt geboten wird. Für einheimische Bauwillige sind jedenfalls noch genügend Baulücken vorhanden, um vor Ort bleiben zu können.
Theo Walter
Stadt- und Kreisrat

