Unser Thema:
Studie zu Wertstoffpotenzial und Restmüll
Um dieses Thema kümmert sich Theo Walter

Eine ganz aktuelle Studie (Januar 2011) des bifa Umweltinstituts mit dem Titel
„Wertstoffpotenzial und Abschöpfungsmöglichkeiten für Restmüll aus Haushalten in Bayern“
(bifa-Text Nr. 52)
beschäftigt sich mit theoretischen und tatsächlichen Potenzialen von Wertstoffen im Restmüll.
Bekanntlich lasse sich ein Teil direkt durch Sortierung und Reinigung aufbereiten, wie Papier, Kartonagen oder Metalle.
Bei Verbundstoffen sei die Auftrennung erforderlich. Das tatsächlich nutzbare Potenzial sei aber oft nur ein Teil der Gesamtmenge, da eine Sortierung z. B. nicht sinnvoll sei bei starker Verschmutzung oder wenn kein Verwertungssystem bestehe.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Biomasse den größten Anteil am theoretischen Wertstoffpotenzial im Restmüll hat. Nichteisenmetalle seien ökologisch und ökonomisch die wertstoffhaltigste Fraktion.
Eine Nachsortierung des Restabfalls zur zusätzlichen Gewinnung hochwertiger Wertstoffe sei nicht zu empfehlen, da der Wert ohne Biomasse auf rund 2 €/(E*a) zu schätzen ist und die Kosten der zusätzlichen Erfassung und Sortierung gegengerechnet werden müssen.
Die Studie empfiehlt aber ausdrücklich eine verbrauchernahe E-Schrottsammlung und die Beibehaltung funktionierender Systeme zur getrennten Wertstofferfassung wie bei Papier und Glas.
Für Neuburg und den Landkreis ist interessant, dass die Studie feststellt, dass sich in ländlichen Einzugsgebieten das Bringsystem bewährt habe, aber auch, dass eine Effizienzsteigerung der Verbrennungsanlagen erforderlich sei. Da die Kosten hierfür die Landkreisbetriebe weit überdurchschnittlich belasten, sollte daran zuerst gearbeitet werden.
Theo Walter
11.03.2011
